Arzneimittelausgaben sinken 2011 um 2,8 Prozent
01.02.12 | ArzneimittelmarktBERLIN – Die effektiven Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind 2011 um 2,8 Prozent beziehungsweise 800 Millionen Euro auf 27,1 Milliarden Euro gesunken. Zieht man davon die auf 1,4 Milliarden Euro geschätzten Einsparungen aus den unveröffentlichten Rabattverträgen der Kassen ab (2010 waren es 1,3 Milliarden Euro), sind die Ausgaben sogar noch weit geringer. Diese Werte berechnete der Deutsche Apothekerverband (DAV). Damit liegt das Minus deutlich unter den Erwartungen von Krankenkassen und Ärzten, die einen Rückgang von 0,3 Prozent prognostiziert hatten.
Neben den Arzneimittelausgaben (inklusive Hilfsmittel, Verbandstoffe, Medizinprodukte) sind 2011 auch die Ausgaben für Impfstoffe gesunken – um 0,1 Prozent von 1,040 auf 1,039 Milliarden Euro. Die Zahl der ärztlich ausgestellten Rezepte für Arzneimittel blieb mit 457 Millionen fast konstant (plus 0,9 Prozent gegenüber 453 Millionen im Jahr 2010). Die Zahl der zulasten der GKV abgegebenen Arzneimittelpackungen sank um 0,1 Prozent von 731 (2010) auf 730 (2011) Millionen.
„Mit dem erhöhten Zwangsabschlag von 2,05 Euro pro Arzneimittel sind allein im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro direkt an die Krankenkassen zurückgeflossen“, erklärte DAV-Vorsitzender Fritz Becker. Das Apothekerhonorar, das einen Festzuschlag von 8,10 Euro (abzüglich 2,05 Euro) pro Packung vorschreibe, sei seit 2004 unverändert geblieben. Dazu nochmals Becker: „Apotheke heute bedeutet: Betrieb zu den Kosten von 2012 mit dem Honorar von 2004.“
